In der Frauenklinik des Evangelischen Diakoniekrankenhauses werden seit vielen Jahren Netze zur Behandlung von Senkungen des Beckenbodens eingesetzt. Seit langem ist bekannt, dass diese Netze neue Komplikationen auslösen können, die beachtet werden müssen. Manchmal sind eine zweite Naht und eine teilweise Entfernung des Netzes erforderlich.
In der Badischen Zeitung erschien am 2. Januar 2012 ein Artikel mit dem Titel "Riskantes Netz für den Beckenboden, Ärzte warnen vor Operation". Darin wird der Eindruck vermittelt, dass es bei solchen Netzen sehr häufig zu späten Komplikationen komme. Dabei wird auf eine Warnmeldung der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA Bezug genommen, die bereits im Juli 2011 veröffentlicht wurde und in Fachkreisen schon im Spätsommer und Herbst des letzten Jahres ausführlich diskutiert wurde.
Neben Verletzungen der Nachbarorgane werden unter anderem Schmerzen beim Geschlechtsverkehr benannt, die nach einer Netzeinlage eventuell häufiger beobachtet würden als bei konventionellen Operationen. Die bisherigen Studienergebnisse weisen aber darauf hin, dass Schmerzen beim Geschlechtsverkehr nicht häufiger auftreten als bei konventionellen Operationen.
Die Warnung des FDA bezieht sich zudem ausschließlich auf Netze, die von der Scheide aus eingesetzt werden, während die über eine Bauchspiegelung oder eine klassische Bauchoperation eingesetzten Netze hiervon nicht betroffen sind. Jedes Einsetzen eines solchen Netzes erfolgte im Evangelischen Diakoniekrankenhaus unter Kenntnis der seit langem bekannten Nachteile der Netze. Mit jeder Patientin werden diese ausführlich besprochen und beraten. Bisher ist es keinesfalls zu schlechteren Langzeitergebnissen durch die Verwendung der Netze gekommen.
Die Frauenklinik führt am 21.1.2012 ab 9:00 Uhr in der Freiburger Gewerbeakademie (Wirthstr. 28) einen Fachkongress zu Senkungen des Beckenbodens durch, bei dem auch ausführlich über die Hinweise und Untersuchungen des FDA diskutiert werden wird.
Artikel in der Badischen Zeitung