Auswertung Infektionsraten
Um die Qualität unseres Infektionsmanagements überwachen, nehmen wir an einer externen deutschlandweiten Qualitätskontrolle zur Überwachung von Infektionen, genannt „Krankenhaus-Infektions-Surveillance-System“ (KISS) teil. Im Rahmen der Erfassung werden die neu auftretenden Infektionen dem NRZ (Nationales Referenzzentrum für Surveillance von nosokomialen Infektionen) gemeldet. Kooperationspartner ist das Robert-Koch Institut. Das KISS-System überprüft die Häufigkeit von Infektionen unter definierten Kriterien und lässt somit Rückschlüsse auf die Qualität des Infektionsmanagements zu. Dabei werden die Infektionsraten auch mit denen anderer Krankenhäuser verglichen. Es ist bewiesen, dass alleine eine systematische Erfassung, Analyse und Bewertung die Häufigkeit von Krankenhausinfektionen reduziert, wenn auch nicht ganz verhindern kann. Diese Überwachung dient als Grundlage für wichtige Entscheidungen zur Infektionsprävention. Anhand der gewonnenen Daten werden effektive Maßnahmen ergriffen. Wir erfassen aktuell die Infektionsraten (Harnwegsinfektion, Pneumonie und Sepsis) auf Intensivstation, die Clostridien-assoziierte Diarrhoe sowie postoperative Wundinfektionen nach bestimmten Eingriffen wobei die betrachtete Operationsart nach einem bestimmten Zeitintervall wechselt.
Infektionserfassung Intensivstation (Auswertung ab 2018). Die Wahrscheinlichkeit, auf unserer Intensivstation an einer Krankenhausinfektion zu erkranken, ist deutlich geringer als in den meisten anderen Vergleichskrankenhäusern. Wir verzeichnen mit gerade einmal 13 Infektionen seit 2018 (4 Blutstrominfektionen, 3 Harnwegsinfekte, 6 Atemwegsinfektionen) bei 4.093 Patienten und 13.666 Patiententagen. Dies ist im Vergleich zu anderen Krankenhäusern deutlich unterdurchschnittlich.
Infektionserfassung Clostridien assoziierte Diarrhoe. Für die im Krankenhaus häufig nach Antibiotikagabe auftretenden Durchfälle durch Clostridioides difficile zeigt sich im evangelischen Diakoniekrankenhaus eine im Vergleich zu den Referenzdaten unauffällige Gesamtprävalenz von 0,33 Fällen/100 Patienten. Auch die Inzidenzdichte nosokomialer, also im Krankenhaus erworbener Fälle liegt mit 0,18 Fällen/1.000 Patiententagen im unauffälligen Bereich. Das Haus schneidet 2024 besser ab als der Durchschnitt an der KISS Surveillance teilnehmenden Krankenhäuser in Deutschland.
Infektionserfassung postoperative Wundinfektionen. Die Surveillance postoperativer Wundinfektionen nach Leistenhernien-Operationen wurde aufgrund der unauffälligen Ergebnisse, in 2024 keine postoperative Wundinfektion bei 605 Operationen, abgeschlossen. Ab dem 01.07.2025 erfolgt eine Surveillance postoperativer Wundinfektionen nach Sectio caesarea.
(Stand: 2025)